heute: H wie Hass, ein extremes Gefühl

Als ich letzte Woche von meiner Supervisorin kam, las ich diese Reklame an einer Hauswand

Gleich fielen mir Schlagzeilen der letzten Wochen und Monate zum politischen oder religiösen Extremismus ein. Dann kamen mir Bilder von gewalttätigen Fußball-Fans vor Augen, alltagssprachliche Formulierungen in den Sinn wie “Ich hasse es, meine Steuererklärung zu machen” usw.; ich hörte Jugendliche in der U-Bahn miteinander reden, sie “hassen” ehemalige Freunde, Lehrer etc.

Hass ist eines der extremen Gefühle, die wir empfinden können. Und möglicherweise ist es in vielen Alltags-Situationen gut, einen lockeren Spruch darüber zu machen, um gut damit umgehen zu können, nichts hochkochen zu lassen.

 

Krass: Hass

Im Coaching/Counseling kann es sinnvoll sein, genauer hinzudenken: Wie in Liebe sind wir stark an die Person oder Sache gebunden, die wir hassen. Nur eben extrem negativ, was die in diesem starken Gefühl liegende Kraft destruktiv bindet. Häufig ist die Gefühlslage auch noch uneindeutig – Hassliebe benennt ein Hin- und Hergerissensein, das mit Ohnmachtsempfinden und Handlungsunfähigkeit einhergehen kann. Dazu kommt, dass Hass die fiese Eigenschaft hat, wachsen zu können …

Spricht ein Klient oder eine Klientin wiederholt von “Hass”, frage ich nach. Häufig ist die “gehasste” Person nur der Auslöser für die heftige Ablehnung. Zugrunde liegen meist alte “Scripte” oder Übertragungsreaktionen. Wie lassen sie sich auflösen um frei zu werden, mit der darin gebundenen Kraft konstruktiv umzugehen?

Während in der Reklame das Autohaus als Dienstleister das Hassobjekt Auto für seine Kunden entsorgen möchte, ist es für jede.n persönliche Chefsache, sich selbst um extreme Gefühle in persönlichen oder beruflichen Beziehungen zu kümmern. Es hilft auch dabei am besten ein zertifizierter Profi.

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