P – Parsons, Pionier des Job-Coachings

Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts machten sich Pädagogen, Praktiker und Psychologen Gedanken darüber, wie Menschen besser in Arbeit kommen und bleiben können. Der amerikansiche Counselor und Sozialreformer Frank Parsons, gilt als Begründer der Berufsberatung und er hatte besonderen Erfolg damit.

Im Jahr 1908 beschrieb Parsons zum ersten Mal systematisch den Verlauf der Berufsberatung. Sein Hauptwerk Choosing a Vocation wurde nach seinem Tod 1909 veröffentlicht. Zu den Eckpfeilern der Berufsberatung zählen seit Parsons

  1. ein klares Verständnis der eigenen Neigungen, Fähigkeiten, Ressourcen und Grenzen
  2. die Kenntnis der Anforderungen und Bedingungen des beruflichen Erfolgs, der Chancen, Risiken und Belohnungen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern
  3. eine Abwägung dieser beiden Gruppen von Faktoren und ggf. das abschließende Matching, d.h. die Passung zu einem Beruf

 Selbstauskunft als wichtigste und verlässlichste Informationsquelle

Mit seinem  „Berufungs-Wegweiser” veröffentlichte er einen 116 Fragen umfassenden Katalog der beruflichen Orientierung und schrieb damit den wohl ersten Bestseller der Karriere-Beratungs-Bücher.

Hier seine Fragen, die ein Beratungsuchender als Selbst-Analyse vor dem Counselinggespräch auszufüllen hatte, übersetzt vom Pionier der deutschen Counselor-Bewegung, Dr. Klaus Lumma, vom Institut für humanistische Psychologie, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert:

1. Name, Vorname:

2. Adresse:

3. Wo geboren und aufgewachsen?

4. Die Familie, in die Sie hineingeboren wurden; wieviele Angehörige?

5. Alter von Vater und Mutter

6. Nationalität von Vater und Mutter

7. Berufe oder Jobs von Vater, Brüdern, Onkeln und anderen nahen Verwandten

8. Anzahl und Alter der Geschwister

9. Gesundheit der Familie: Bericht über Krankheiten

10. Leben Sie in dieser Familie?

11. Abstammung von den Großeltern, Urgroßeltern, etc. ihre Nationalität und wo sie lebten

12. Derzeitige Beschäftigung und Ressourcen

13. Physis, Gesundheit und Erbkrankheiten

14. Lebenserwartung in Jahren

15. Charakteristika: Körperliche Merkmale, Denkart und Charakter

16. Wie alt sind Sie?

17. Verheiratet oder Single? Wenn Sie verheiratet sind, wie ist Ihre Familie?

18. Größe und Gewicht

19. Gesundheit

20. Bericht über Krankheiten

21. Wieviel Zeit haben Sie in den letzten 5 Jahren durch Krankheiten verloren?

22. Stärke: Welchen Prüfungen haben Sie sich gestellt?

23. Welche schweren Arbeiten haben Sie gemeister?

24. Wie schwer können Sie heben? (kg)

25. Ausdauer: Wie weit sind Sie schon mal gegangen? (km) Geben Sie an, wie lange Sie dafür gebraucht haben.

26. Mut: Wenn verhalten Sie sich in Gefahr, bei Schmerzen, Enttäuschung und Verlust?

27. Vergleichen Sie sich im Hinblick auf Stärke, Ausdauer und Mut mit anderen Menschen Ihres Alters – und auch mit dem besten Standard, der Ihnen bekannt ist.

28. Gewohnheiten im Hinblick auf FrischLuft, Körperübungen, Baden und Diäten

29. Schlafen Sie bei offenem Fenster?

30. Atmen Sie täglich an der frischen Luft tief ein und aus?

31. Wie oft baden Sie?

32. Kümmern Sie sich um Ihren Körper und seine Hygiene?

33. Wie sind Ihre Gewohnheiten bezüglich Rauchen?

34. Alkohol?

35. Drogen?

36. Andere Betäubungsmittel?

37. Erziehung und Weiterbildung?

38. Allgemeinbildung?

39. Welche Schulen haben Sie besucht?

40. Was waren Ihre besten Noten oder Preise?

41. Was waren die schlechtesten Noten – worin?

42. Schulende durch …

43. Was lesen Sie gerne; wie oft lesen Sie; was kommt dabei rum?

44. Lieblingslektüre?

45. Lieblingsschriftsteller?

46. Was haben Sie durch Unterricht.Training gelernt?

47. Was durch Ihre bisherige Arbeit?

48. Was haben Sie durch Dabei-Sein gelernt?

49. Gibt es eine industrielle Ausbildung?

50. Welche Kurse haben Sie besucht? Wann?

51. Manuelle Fertigkeiten mit welchem Werkzeug? Können Sie zeichnen?

52. Skizzen von Erinnerungen (sprechen Sie hierüber auch mit Ihrem Counselor)

53. Bisherige Lebenserfahrung: Wie nutzen Sie heute Ihre Zeit?

54. Bisherige berufliche Anstellungen.Jobs mit welcher Bezahlung und wie lange jeweils?

55. Gründe für die Aufgabe der jeweiligen Beschäftigung

56. Ihre Haltung gegenüber Arbeitgebern – angepasst, sympatisierend oder nicht?

57. Warten Sie innerlich auf das Zeichen zum Ende der Arbeitszeit und legen Sie dann die Arbeit sofort nieder?

58. Haben Sie vor Augen, dass Gehälter zum großen Teil von der Effektivität und dem Produktionswert der Arbeiter abhängen?

59. Hoffen Sie darauf, irgendwann mal selbst Arbeitgeber zu sein?

60. Wodurch entsteht nach Ihrer Wahrnehmung Fortschritt?

61. Wie sichern Sie Ihren eigenen Fortschritt?

62. Sparen Sie Geld?

63. Wozu geben Sie Ihr Geld aus? Warum haben Sie nicht mehr Ihres Geldes gespart?

64. Was ist das Interessanteste an Ihrem Leben? Was sollten die anderen von Ihnen wissen?

65. Vorlieben. Was lieben Sie gar nicht? Bilder, Musik, Theater, Bücher, Hunde, Pferde, Athletik, etc.

66. LieblingsBeschäftigungen in der Freizeit

67. Wie verbringen Sie Ihre Feierabende?

68. Die Abende der vergangenen Woche ganz konkret, was haben sie jeweils gemacht?

69. Ihre Hauptmotiavtionen und Hauptinteressen

70. Wonach schauen Sie als erstes, wenn Sie die Tageszeitung lesen?

71. Was würden Sie sich anschaffen, wenn Sie in der kommenden Woche 1 Million Dollar zur Verfügung hätten?

72. Gibt es etwas Wichtigeres für Sie zu besitzen als Geld?

73. Wenn ja, was?

74. Bei welchen Gelegenheiten haben Sie sich bisher am stärksten ins Zeug gelegt?

75. Mit welchem Ziel?

76. Wenn Sie eingeladen wären, eine der großen internationalen Ausstellungen zu besuchen, was würde Sie am meisten interessieren? (St. Louis Ausstellung – Jahrhundert Ausstellung in Philadelphia – Weltausstellung in Chicago: Gut gestalteter Grund und Boden, Gebäude, schöne Brunnen und Lichteffekte – Sammlungen von handgefertigten Waren für Landwirtschaft, Milchverwertung, Forstwirtschaft, Untertagearbeit etc. aus aller Herren Länder: Maschinenbau, Gemälde und Skulpturen, Pädagogische Ausstellungen und Ausstellungen der Regierung, Männer und Frauen aus anderen Nationen, Wilde Tiere, Militär und Marina Ausstellungen etc.) Was würden Sie gern als erstes sehen? Was würde hauptsächlich Ihre Aufmerksamkeit erregen? Was käme an zweiter Stelle, was an dritter, was an vierter für Sie in Frage? Wofür hätten Sie das geringste Interesse?

77. Wenn Sie reisen könnten wohin Sie wollten, welche Länder oder Regionen würden Sie als erstes besuchen?

78. Warum? Geben Sie Gründe für jeden der Besuche von Ländern oder Regionen an?

79. Ihre Ambitionen, Vorlieben?

80. Was wären Sie am liebsten, was würden Sie am liebsten tun, wenn Sie dazu die Möglichkeiten zur Verfügung hätten?

81. Wenn Ihnen Alladins Wunderlampe zur Verfügung stünde, die alle Ihre Wünsche erfüllt, was genau wären Ihre ersten sechs Wünsche?

82. Was ist Ihnen besonders wichtig? Worauf legen Sie Wert?

83. Wenn man alle Jungs und Mädchen von Boston zusammen bringen und mit Ihnen vergleichen würde, in welcher Hinsicht wären Sie überlegen und in welcher Hinsicht unterlegen? Ihre Unterscheidungsmerkmale von anderen, Ihre persönliche Charakteristik, Haltung, Fähigkeiten und Fertigkeiten

84. Begrenzungen und Handicaps, die zu berücksichtigen sind

85. Setzen Sie Ihre hervorragenden Eigenschaften und Begrenzungen in Beziehung zu den Herausforderungen unterschiedlicher Berufe, insbesondere zu Berufen Ihrer Neigung und vergegenwärtigen Sie sich Menschen, die es in diese Berufe hinein geschafft haben und auch solche, die es nicht geschafft haben. Vergleichen Sie sich mit ihnen

86. Haben Sie sich mit dem Leben von erfolgreichen Menschen beschäftigt, so zum Beispiel Lincoln, Franklin, Garfield, Garrison, Phillips, Roosevelt, Gladstone, Wanamaker, Edison oder auch anderen, damit Sie eine Idee davon bekommen, wie Erfolg aufgebaut wird, warum die einen erfolgreich sind und worin die Ursachen für Misserfolg liegen.

87. Ihre Ressoucen, Kraftquellen

88. Finanziell gesehen

89. Verwandte

90. Freunde

91. Zu welchen Organisationen haben Sie eine Beziehung, und welcher Art ist diese Beziehung?

92. Haben Sie Organisationstalent? Wie können Sie das nachweisen? Haben Sie schon mal beim Aufbau einer Organisation mitgewirkt?

93. Beschreiben Sie kurz, welche Rolle Sie dabei hatten und erläutern Sie das Ergebnis

94. Umwelt

95. Wo haben Sie bisher gelebt?

96. Städte, Großstädte, nennen Sie die Namen der Straßen und Hausnummern bei jedem der Beispiele

97. Nennen Sie auch die Zeitdaten dazu, wie alt Sie waren – jeweils so genau wie möglich

98. Beschreiben Sie die jeweiligen Nachbarschaften von den Orten, an denen Sie bisher gewohnt haben

99. Bäume, Grünflächen, Blumen, Wasser, Sehenswürdigkeiten

100. Stand der Menschen um Sie herum

101. Wo haben Sie gearbeitet?

102. Was sind Ihre Freizeitbeschäftigungen gewesen?

103. Welche Art von Leben haben Sie geführt?

104. Haben Sie sich frei unter Ihnen bewegen können?

105. Waren Sie einer von Ihnen?

106. Wenn nicht, welcher Art waren Ihre Beziehungen, und wie war Ihre Haltung zu Ihnen?

107. Welche Ihrer Wohnorte gingen auf Ihren eigenen Wunsch zurück?

108. Welche Gründe gab es für die Wahl des jeweiligen Wohnortes?

109. Wer suchte die anderen Wohnorte aus?

110. Wieso? Wie kam es dazu?

111. Mit welcher Art von Menschen lieben Sie es jetzt zusammen zu wohnen?

112. Wieso?

113. Welchen Einfluss glauben Sie hat das jeweilige Umfeld Ihres Wohnortes auf Ihre Ideale und Ambitionen genommen, auf Ihre Denkgewohnheiten und Ihr Handeln, auf Ihre Gelegenheiten für industrielle Aufgaben, auf Ihre AnpassungsBereitschaft und Fähigkeit?

114. Wären Ihre Erfolgschancen in kleineren Orten oder auf dem Land größer als in der Stadt? Bitte erörtern Sie die Gründe für Ihre Sichtweise

115. Wäre das eher im Westen oder im Süden Ihres Landes?

116. In Europa, Afrika, New Zealand oder Australien?

 

 

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